Geschichtsverfälschung diffamiert Antifaschismus

15. Januar 2020

Zur heutigen Aktuellen Stunde des EU-Parlaments über die ‚Verfälschung der Geschichte‘ erklärt die Europaabgeordnete Özlem Alev Demirel:

Nachdem eine große Mehrheit des EU-Parlaments bereits im September 2019 eine Resolution verabschiedet hat, die die alleinige Verantwortung Deutschlands für den Zweiten Weltkrieg verneint und damit den Ausgangspunkt für Krieg und Faschismus verdreht, soll heute mit einer Aktuellen Stunde auf Antrag der Europäischen Volkspartei (EVP, u.a. mit CDU/CSU und der ÖVP) erneut Geschichtsverfälschung betrieben werden.

Man kann es daher nicht oft genug wiederholen: Der Faschismus hat die grausamsten Menschheitsverbrechen hervorgebracht, die sowjetische Rote Armee und die westlichen Verbündeten haben Deutschland und Europa vom Hitler-Faschismus befreit. Den Armeen und den zahlreichen, oftmals kommunistischen, Widerstandskämpfer*innen gehört dafür ewiger Dank.

Wer aber Opfer und Täter*innen im Rahmen von Totalitarismus-Theorien gleichsetzt, diffamiert nicht nur den Antifaschismus insgesamt, sondern stärkt auch ganz bewusst die derzeit erneut aus den Löchern kriechenden reaktionären und faschistischen Kräfte in Europa. Die Gleichsetzung von Faschismus und Kommunismus verhöhnt Millionen Opfer des deutschen Faschismus. Dass sich im Herbst 2019 auch Sozialdemokrat*innen und Grüne an dieser Kampagne beteiligt haben, die jede politische Alternative zum Kapitalismus im Vorhinein als Totalitarismus brandmarkt, ist mehr als erschreckend. Die Linksfraktion im Europäischen Parlament wird sich an diesen Versuchen der Geschichtsverfälschung nicht beteiligen.